Projektbeschrieb
Übersicht

Der Uetlibergtunnel ist Teil der Westumfahrung Zürich N4/N20 und verbindet die Umfahrung Birmensdorf (N20.1.4) im Westen mit der bestehenden Nationalstrasse Zürich-Chur (A3) im Osten.
 
Das Projekt umfasst zwei parallele Röhren von je rund 4.4 km Länge. Der Tunnel weist vom Ostportal her eine Steigung von 1.6% auf. Am West- und Ostportal befindet sich jeweils eine Portalstation mit technischen Räumen. Im Reppischtal ist eine unterirdische Lüftungszentrale untergebracht.
 
Westportal heute Westportal im Endzustand
Normalprofil

Jede Tunnelröhre weist zwei Fahrstreifen und einen Standstreifen mit einer totalen Fahrbahnbreite von 10.50 m auf.

Der Ausbau aller Tunnels erfolgt zweischalig mit einer Vollabdichtung. Die Ausbruchsicherung als äussere Schale besteht aus bewehrtem Spritzbeton, Ankern und teilweise Stahleinbau. Die Abdichtung in den Lockergesteinstrecken und in der Molassestrecke Eichholz wird wasserdruckhaltend, in der Molassestrecke Uetliberg drucklos ausgebildet. Die Innenschale wird in Ortsbeton ausgeführt.

Normalprofil in der Molassestrecke Uetliberg
   

Das Normalprofil der Molassestrecke Uetliberg weist eine Breite von 14.40 m
bei einer Höhe von 14.20 m auf.

Die Ausbruchfläche beträgt ca. 160 m2.

Normalprofil in der Molassestrecke Eichholz und in den Lockergesteinsstrecken
 

Das Hufeisenprofil, welches in der Molassestrecke Eichholz und den Lockergesteinsstrecken zur Anwendung kommt, misst in der Breite rund 14.70 m
und in der Höhe rund 12.70 m.

Die Ausbruchfläche beträgt ca. 148 m2

Lüftung / Sicherheit

Als Lüftungssystem kommt eine Längslüftung zur Anwendung. Im Normalbetrieb herrscht in beiden Röhren Richtungsverkehr. Die Luftströmung entsteht durch die natürliche Kolbenwirkung der Fahrzeuge. Um ein ständiges Ausströmen der Tunnelluft am Westportal Wannenboden der Röhre Basel zu vermeiden, wird aus Umweltschutzgründen ein Teil der Abluft vor dem Portal in Spitzenzeiten des Verkehrs abgesaugt.

Bei Verkehrsstauungen oder Bränden wird die Abluft gezielt über Öffnungen in der Zwischendecke der jeweiligen Röhre abgesogen und via unterirdische Lüftungszentrale Reppischtal durch den Abluftstollen, -schacht und -kamin Eichholz ausgeblasen. Zur Unterstützung werden in den Portalzonen zusätzlich Strahlventilatoren angebracht.



Für die Überleitung des Verkehrs bei Störfällen (Unfälle, Brände, etc.) und Unterhaltsarbeiten sind drei Fahrbahnüberfahrten vorgesehen. Je eine Überfahrt befindet sich bei den beiden Portalen. Die dritte Überfahrt ist untertag im Bereich der Lüftungszentrale Reppischtal angeordnet. Der Tunnel selber weist zudem alle 300 m Querverbindungen auf, welche die beiden Autobahnröhren miteinander verbinden. Jede dritte Querverbindung ist befahrbar. Beide Tunnelröhren verfügen zudem über im Abstand von 150 m angeordnete SOS- und Hydrantennischen.


Materialtransporte / Umwelt


Beim Bau des Uetlibergtunnels fallen gesamthaft ca. 1,7 Mio. fest-m3 Aushub- und Ausbruchmaterial an. Jener Anteil des Ausbruchmaterials, welcher nicht im Projektgebiet Wiederverwendung findet, wird grösstenteils per Bahn abtransportiert.

Aus der Tagbaugrube Reppischtal in Landikon und den hier startenden Tunnelvortrieben fallen alleine ca. 70% des gesamten Materials an. Dieses wird via Förderbandanlage durch einen Transportstollen (Durchmesser 3.70 m) zur Bahnverladestelle Filderen im Bereich des Verkehrsdreiecks Zürich West abtransportiert. Auf demselben Förderband werden auf dem Rückweg die Zuschlagsstoffe für die Betonherstellung im Reppischtal antransportiert.

Der Zement wird über die nahe gelegende Bahnlinie in Nachtstunden geliefert und über eine Leitung zur Betonanlage geblasen.