Bauverfahren

Vorarbeiten

Seit Juni 1999 wurden in Wannenboden, im Reppischtal und in Gänziloo Installationsplätze vorbereitet (Werkleitungsumlegungen, Erschliessungen, Hauptkläreinrichtungen, Transportpisten, Deponieflächen, etc.).

 
Baugruben

In Wannenboden (Wettswil) und Gänziloo (Zürich Brunau) wurde je eine Baugrube erstellt. Von Wannenboden aus erfolgt der Vortrieb der Lockergesteinsstrecke Gjuch (LG-GJU) und der Molassestrecke Eichholz (MO-EIC), von Gänziloo aus jener der Lockergesteinsstrecke Juchegg (LG-JUC).

Im Reppischtal wurde eine 230 m lange Baugrube ausgehoben, von der aus die Lockergesteinsstrecke Diebis (LG-DIE), die anschliessende Molassestrecke Uetliberg (MO-UET) sowie der Abluftstollen Eichholz erstellt werden.
Die durch die Baugruben unterbrochenen Gewässer Wüeribach in Wannenboden und Reppisch im Reppischtal werden während der gesamten Bauzeit mittels Fachwerkbrücken über die Baugruben geführt.

 
Lockergesteinsstrecken

Die drei schwierigen Lockergesteinsstrecken Gjuch, Diebis und Juchegg werden konventionell in der Kernbauweise bis in die unverwitterte Molasse vorgetrieben. Dazu sind teilweise sehr umfangreiche Bauhilfsmassnahmen notwendig (z.B. Injektionen, Grundwasserspiegelabsenkungen, entwässernde Vorausbohrungen).
 
   

Querschnittsaufteilung in den Lockergesteinstrecken
 
         
Die Lockergesteinsstrecke Juchegg liegt auf den ersten 70 m im Uetliberglehm, weshalb die Vortriebsarbeiten dort im Schutze eines Rohrschirms erfolgen.

Die Ausbruchsicherung besteht in allen Lockergesteinsstrecken aus Stahlbögen im Abstand von 1 m und stahlfaserarmiertem Spritzbeton von 25 cm Stärke.

 

Molassestrecken

Die Molassestrecke Eicholz wird im Anschluss an die Lockergesteinsstrecke Gjuch unterteilt in Kalotte, Kern, Paramente links/rechts und Sohle ausgebrochen. Dabei erfolgt der Kalottenausbruch im Sprengvortrieb, während der Rest des Profils mittels reissen und schrämmen abgebaut wird. Die Felssicherung besteht in der Regel aus netzarmiertem Spritzbeton und Felsankern. In kritischen Zonen, insbesondere im Bereich der Unterfahrung des bestehenden SBB-Landikontunnels, werden Stahlprofile eingebaut.




Die Molassestrecke Uetliberg wird aus der Baugrube Reppischtal im Anschluss an die Lockergesteinstrecke Diebis aufgefahren. Dabei wird zuerst mit einer Tunnelbohrmaschine (Durchmesser 5.00 m) ein im Zentrum des Tunnelprofils angeordneter Pilotstollen auf die gesamte Länge ausgebrochen.

In einer zweiten Phase wird das Pilotstollenprofil mit einer Tunnelbohrerweiterungsmaschine TBE (variabler Ausbruchdurchmesser 14.20 bis 14.40 m) in Hinterschneidtechnik zum endgültigen Vollprofil ausgeweitet. Die Maschine wird dazu im vorgängig gefrästen Pilotstollen verspannt.

 


Tunnelbohrerweiterungsmaschine für die Molassestrecke Uetliberg
 

 
Die Ausbruchsicherung besteht aus 20-30 cm netzarmiertem Spritzbeton und Ankern. In kritischen Zonen ist der Einbau von Stahlprofilen möglich.
 
         

Im Nachläuferbereich der TBE wird die Sohlabdichtung eingebracht und anschliessend der Sohlbeton erstellt. Darauf werden die Werkleitungskanalelemente versetzt und mit aufbereitetem TBE-Ausbruchmaterial hinterfüllt. Alle diese Arbeiten vom Ausbruch bis zur fertigen Hinterfüllung finden innerhalb von 180 m statt.

 
Zum Schluss folgt die Abdichtung des Gewölbes sowie der Gewölbebeton.